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Ausgestellte Musik

Untersuchungen zur Vermittlung und Rezeption von musikalischen Themen im Museum

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Klavier

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Forschungsvorhaben der Folkwang Universität der Künste widmet sich aktuellen Musikausstellungen hinsichtlich ihrer Konzeptionen und Interpretations­möglichkeiten. Damit werden Museumspräsentationen erstmals systematisch und umfangreich als musikkulturelle Einrichtungen untersucht. Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass sich Exponate als Zeichen lesen lassen und in Verbindung mit anderen Ausstellungselementen bestimmte Inhalte vermitteln.

Das Spektrum möglicher Themen umfasst typologische und entwicklungsspezifische Attribute von Musikinstrumenten ebenso wie Ereignisse aus der Musikgeschichte oder musikalische Charakteristika einzelner Kulturregionen. Ziel ist es zunächst, diese Inhalte und ihre Präsentationsweisen für eine Auswahl von Ausstellungen darzustellen, so wie sie sich für die Untersuchenden analytisch erschließen. Daraufhin sollen Intentionen, Konzepte und Realisierungsprozesse in Zusammenarbeit mit KuratorInnen und anderen Verantwortlichen untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dem jeweiligen Umgang mit klingender Musik und, damit zusammenhängend, dem Einsatz moderner Medien, der möglicherweise mit den besonderen Anforderungen bei der Gestaltung musikalischer Themen einhergeht. Des Weiteren geht es um die Frage, wie Besucherinnen und Besucher mit ihren individuellen Voraussetzungen Präsentationen oder einzelne ihrer Teile ergründen und inwieweit ausstellerische Absichten beim Publikum ankommen. Die Analysen erfolgen unter Verwendung semiotischer und erzähltheoretischer Techniken. Diese verbinden sich mit freien bzw. teilstrukturierten Interviews und den Methoden der teilnehmenden Beobachtung. Um die Bandbreite unterschiedlicher thematischer Ausrichtungen und Präsentationskonzepte so weit wie möglich zu erfassen, ist das Projekt international angelegt. Teilnehmende Institutionen sind private und staatliche Museen in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Zur Förderung eines nachhaltigen Austausches ist im Rahmen des Projektes ein Kolloquium mit KuratorInnen, MuseumswissenschaftlerInnen und MusikwissenschaftlerInnen geplant, in dem konkrete Untersuchungsergebnisse sowie praktische Erfahrungen und theoretische Erwägungen präsentiert und diskutiert werden sollen.