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Ausgestellte Musik

Untersuchungen zur Vermittlung und Rezeption von musikalischen Themen im Museum

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Musikautomat

Ziele

Die das Forschungsprojekt betreffenden Fragen sind sowohl aus den vorliegenden museumswissenschaftlichen Untersuchungen und Theorien als auch aus den spezifischen Problemen bei musikalischen Präsentationen abgeleitet. Es wird davon ausgegangen, dass sich Vermittlungs- und Rezeptionsweisen in Abhängigkeit von der jeweiligen thematischen Ausrichtung der Museen signifikant unterscheiden. Daher widmet sich das Projekt musikalischen Ausstellungen in ihrer Vielfalt und Heterogenität.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die folgenden Fragen

1. Welche Inhalte und Konzepte lassen sich museumsanalytisch erschließen?

Das Augenmerk gilt hier – aus Sicht der Untersuchenden – dem Arrangement von dreidimensionalen Exponaten, Audiofiles, Videobeispielen und Schrifttafeln sowie der Bedeutung von einzelnen Artefakten im Gesamtkontext. Beim Zusammenspiel dieser Elemente sind mögliche Mehrdeutigkeiten zu berücksichtigen. Dabei ist auch das räumliche Moment zu beachten und zu fragen, inwieweit bestimmte Reihenfolgen von Ereignissen durch die Ausstellungsarchitektur, durch empfohlene Rundgänge sowie durch das Angebot bzw. die Einbeziehung von Audioguides und Führungen vorgegeben sind oder ob man dem Publikum verschiedene Zugänge und damit möglicherweise auch unterschiedliche Lesarten anbietet. Ein zentraler Punkt betrifft den jeweiligen Umgang mit klingender Musik. Dabei geht es gleichermaßen um das Spiel auf Instrumenten, um Raumbeschallungen und den Einsatz von elektronischen Medien als interaktive Stationen, die zum entdeckenden Lernen und zur Steigerung des Unterhaltungswertes beitragen können. Untersucht werden die verschiedenen Integrationsweisen.

2. Welche kuratorischen Intentionen liegen zu Grunde, wie verlaufen die Realisierungsprozesse?

Hier geht es zunächst um Inhalte und Konzepte aus Sicht der Ausstellungsmacher_innen. Daraus ergibt sich die Frage, inwieweit die museumsanalytischen Interpretationen mit den Intentionen der Kurator_innen korrespondieren. Ferner ist nach Gründen und Auswirkungen von Ausstellungskonzepten und ihren Realisierungen zu fragen, nach Auswahl und Ausschluss von Objekten, Bildern, medialen Ereignissen und nach Eigenarten der Präsentation in Abhängigkeit von individuellen Erwägungen. Möglicherweise spielt dabei auch der Einfluss von Sponsor_innen und/oder lokalen Interessengruppen eine Rolle. Zudem ist zu ermitteln, welche Bedeutung dem Publikum bei der Konzeption zugesprochen wird, ob man sich an bestimmte Zielgruppen wendet, ob potentielle Zielgruppen an der Konzeption beteiligt sind und ob idealtypische Besucher_nnen eine Rolle spielen.

3. Wie und in Abhängigkeit von welchen Faktoren rezipieren Besucherinnen und Besucher die Ausstellungen?

Schließlich ist zu untersuchen, inwieweit intendierte Inhalte tatsächlich vermittelt werden bzw. Museumsbesucher_nnen ihre eigenen Schlüsse ziehen und inwieweit dabei persönliche Interessen, Erfahrungen und Vorwissen eine Rolle spielen. Hier gilt es, die Frage nach der jeweiligen Motivation für den Museumsbesuch zu erörtern. Ferner soll die Art und Weise der Rezeption erfasst werden: Kommunikation unter Besucher_innengruppen, Verweildauern, Lesen und Ignorieren von Erklärungstexten, Inanspruchnahme von interaktiven Angeboten. In dem Zusammenhang ist wiederum auch das räumliche Moment zu beachten und zu fragen, inwieweit vorgeschlagene Rundgänge eingehalten oder ignoriert werden. Möglicherweise führen eigene Wege und individuelle Syntheseleistungen zur Konstitution neuer musealer Räume.